Impfen - JA, aber mit Verstand

 

Eine WSAVA-Richtlinie(Weltverband der Kleintierärzte) für Welpenimpfung bestätigt, dass 98 Prozent aller Hunde nach der Grundimunisierung für viele Jahre und wahrscheinlich lebenslang gegen SHP geschützt.sind. >>> Hier das Wichtigste in Deutsch.

In den vergangenen Jahren haben sich die sogenannten Kombinationspräparate (in der Regel SHLPPiT, also Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose Parainfluenza, Tollwut) bei der Impfung eingefahren, weil sie so praktisch sind. In Kombi's wird gegen mehrere Erkrankungen auf einmal geimpft.

Das hat aber auch seine Schattenseiten, denn mit der Zunahme dieser Kombinationen nahmen auch die Nebenwirkungen zu:

Es gibt viele Gründe, vor allem Welpen nicht die volle Impfdosis zu verpassen. Neben leichten Nebenwirkungen wie Infektanfälligkeit, Durchfälle, Bindehautentzündungen, Abgeschlagenheit, schmerzhafte Impfknoten, Erkältungen auch noch nach mehreren Wochen nach der Impfung, kann es auch zu extremen Nebenwirkungen wie Autoimmunerkrankungen, anaphylaktischer Schock, Allergien, Rheuma oder Impfversagen kommen!


Das bedeutet mit knappen Worten: Der Hund kann trotz Impfung dann an der geimpften Erkrankung erkranken.

 

Prof. Schultz (Virologe an der vet. Uni. Wisconsin) empfiehlt, sich bei der Grundimmunisierung von Welpen auf die wirklich schlimme und gefährliche Infektionen, also Parvovirose und Staupe, zu beschränken, da die Kombi-Impfstoffe ein erhöhtes Risiko für anderweitige Reaktionen beherbergen. Außerdem gibt er zu verstehen: "Je mehr Komponenten wir in einer Impfdosis kombinieren, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu Interferenz (gegenseitige Aufhebung der Wirkung) kommt. Wenn Mehrfachimpfstoffe gegeben werden, konkurieren sie um die antigenpräsentierenden Zellen". (Quelle: Hunde impfen mit Verstand, Monika Peichl) . Dies wurde auch in einer Impfstudie der vet. Uni. München in den Jahren 1998 - 2000 belegt, die feststellte, dass die Parvo-Impfung am besten wirksam ist, wenn sie separat geimpft wird. Das selbe dürfte für alle weiteren Impfungen gelten.


Es gibt zum Glück auch etliche Tierärzte, die von sich aus wenigstens die Trennung der Tollwut von den anderen Impfstoffen  befürworten, weil sie wissen, dass gerade die Tollwutimpfung öfter Probleme macht und ohnehin die Impfung besser anschlägt. Warum werden Menschen nicht vorsorglich gegen Tollwut geimpft , obwohl Tollwut ja bekanntlich eine tödliche Krankeit ist? Bei 25 % der geimpften Menschen treten z.B.Übelkeit, Bauchschmerzen, Muskelschmerzen, Kopfschmerzen und Benommenheit auf. Bei 7 % kommt es nach 21 Tagen zu Fieber, allergischen Reaktionen, Erbrechen, jeder 10.000 erleidet einen anaphylaktischen Schock. Auch Lähmungen und Nervenentzündungen über Monate wurden vernommen.

Fakt ist auch, dass Einzelimpfungen wirksamer sind, zumindest ist dies bei Parvovirose (Prof. Truyen, Virologe) und Tollwut (Internationales Tierseuchenamt OIE) nachgewiesen worden, und vermutlich verhält es sich auch bei den anderen Impfstoffen so. Möglichst viel getrennt zu impfen, ist für allein das schon ein Grund.

Fakt ist, dass Leptospirose nicht unter 12 Wochen geimpft werden sollte bei Kleinhunden,steht auch auf den meisten Beibackzetteln und das empfiehlt z.B. auch der amerikanische Professor und Leiter der Veterinärmedizinischen Fakultät der Universität Wisconsin.

Über den Sinn und Unsinn der Leptospiroseimpfung mag man geteilter Meinung sein (da sie sowieso nur gegen zwei Stämme von über 200 wirkt und zudem auch sehr gut behandelbar ist), wenn man sie aber impft, sollte man sie auch nicht zusammen mit Parvovirose impfen, denn dadurch wird die Wirkung von Parvo herabgesetzt! Parvo ist die häufigste und gefährlichste Welpenerkrankung und wenn man eine Impfung als 1. Priorität bei Welpen ansetzen müsste, dann wäre es Parvo, um die Wirkung also nicht zu gefährden, sollte man Lepto unbedingt nicht zusammen mit Parvo impfen. Lepto ist darüber hinaus im Winter nicht aktiv, eine Leptospiroseinfektion im Winter also sehr unwahrscheinlich, es sei denn man hält die Welpen auf dem Bauernhof, da dieses Bakterium sich gerne in Urinpfützen hält. Welpenimpfung mit Lepto-Kombination im Winter ist also totaler Unsinn.

Dass bestimmte Impfstoffe mehr Nebenwirkungen verursachen als andere ist ebenfalls mehrfach in Fachblättern von Virologen veröffentlich worden, so z.B. Borreliose, Zwingerhusten Leptospirose. Diese Impfungen sind zudem nicht sonderlich wirksam (Borreliose praktisch gar nicht gegen die hiesigen Erreger, Zwingerhusten nur zu max. 30 % und nur wenige Wochen wirksam, Leptospirose nur gegen 2 Stämme von über 200 (gegen die man gar nicht impfen kann) und nur wenige Monate wirksam).

Es ist daher wenig empfehlenswert, solche Impfungen in die Welpen-Dröhnung zu hauen, wenn sie kaum wirksam sind, und die Wirksamkeit der wirklich gefährlichen und schlimmen Viren (Staupe, Parvo) herabsetzen und zudem noch ein höheres Nebenwirkungsrisiko beherbergen. Warum kommt es wohl immer wieder zu Parvo-infektionen bei geimpften Hunden? Auch dazu gibt es eine Studie, die besagt, dass Parvo separat geimpft sicherer wirkt (siehe auch obiges Zitat von Prof. Schulz).

Es erklärt auch von selbst, dass eine Impfung, die diese Kombistoffe (Lepto, Zwingerhusten, Borreliose, Tollwut) nicht enthalten, besser verträglich sind, da das höhere Risiko, dass diese Impfungen mit sich bringen, wegfällt, wenn man sie bei der Grundimmunisierung gegen die häufigsten und lebensbedrohlichen Welpenkrankheiten Staupe und Parvo weglässt. Impfstoffe gegen Leptospirose enthalten Formaldehyd (0,12 mg Formaldehyd) als Adjuvanz, was für große Hunde schon eine Dröhnung ist, ist es erst recht für Zwerghunde, die bekommen nämlich auch die 0,12 mg Formaldehyd gespritzt. Formaldehyd verstärkt bei bestimmten inaktivierten Vakzinen eine Infektion/Erkrankung an den Erregern, gegen die in der Kombi geimpft wurde.

Dass Kombi-Impfungen eine Immunsuppression (bzw. Immunmodulation) hervorrufen, wurde von diversen Veterinären in Studien nachgewiesen, z.B. Alois Strasser oder James Roth. D.h. die Abwehrkraft von Immunzellen wird geschwächt und bei Rindern wurde nachgewiesen, dass sie nach der Kombiimpfung öfter an bakterieller Lungenentzündung erkranken (ganz klar nicht alle, aber eben erheblich zu viele).

Die Annahme, dass die Milchzähne schlechter wechseln, wenn man Tollwut schon vor dem Zahnwechsel impft, habe ich auch schon des öffteren gehört, dazu gibt es allerdings keine Studien und ich will auch nicht behaupten, dass es nicht so ist, allein von ein paar Würfen, würde ich auch nicht wagen, solche Behauptungen, egal in welche Richtung, aufzustellen. Dazu müsste man wirklich gezielte Studien vornehmen. Ich selbst sehe aber keinen Grund, das Risiko überhaupt einzugehen, solange mir das Gegenteil nicht bewiesen wird und es in den allermeisten Fällen völlig risikolos ist (Chiwelpen werden nicht zur Jagd ausgebildet und mitgenommen), diese Impfung erst später nach dem Zahnwechsel zu machen. !In dem Fall, wo akute Tollwutfälle in Nahbereich behördlich aus-und nachgewiesen worden sind, würde ich auch früher Tollwut impfen lassen, dann aber auf jedenfall getrennt und nicht in Kombination!

Fakt ist , dass der Zahnwechsel an sich bei vielen Welpen eine Belastung ist, überhaupt sind Welpen die ersten Monate Mehrfachbelastungen (Besitzerwechsel, Fellwechsel, Futterumstellung, Erziehungsstress, Zahnwechsel, oft genug Verdauungsprobleme) ausgesetzt, da muss man nicht noch reinimpfen, schon gar nicht mit einer derartigen Dröhnung, zudem die Tollwut nicht die oberste Priorität bei Welpenerkrankungen einnimmt.

Natürlich und Gott sei Dank, wird nicht jeder Welpe mit Nebenwirkungen reagieren, wenn er dennoch unvernünftig geimpft wird. Es ist aber nicht von Nöten überhaupt solche Nebenwirkungen (die mehr oder minder stark, und im aller schlimmsten Fall sogar tödlich sein können) in Kauf zu nehmen, wenn es nicht erforderlich ist, weil man auch anders impfen kann.

Deshalb empfielt zum Glück der Deutsche Impfkodex (Fachgruppe Kleintierpraxis des Bundesverbands Praktizierender Tierärzte ) seit 2006 nun auch den dreijährigen Impfintervall für die Pflicht-Impfungen, das kommt sicherlich nicht davon, weil Impfen so unschädlich ist, wie viele immer noch behaupten und denken. Jede Impfung birgt Risiken und man sollte immer den Nutzen mit dem Risiko abwägen und nur das machen, wo der Nutzen überwiegt. Das ist es z.B. bei Borreliose oder Leptospirose oder auch Zwingerhusten in den seltensten Fällen, darum sollte man dies auch nicht gerade einem Zwerghundwelpen zumuten.

Ich kann jedem nur ans Herz legen, sich selbst immer auf dem aktuellen Stand über alles rund um das Impfen zu halten und nicht blind dem TA zu vertrauen, der leider oft wenig informiert ist über den aktuellen Forschungsstand bzw. wohl auch aus kommerziellen Gründen die Impfintervalle nicht zurückfahren möchten.


Nach dem Zahnwechsel mit ca. 6 - 7 Monaten impft man dann noch die Tollwut separat mit Abstand von mind. 6 Wochen. Bei der Tollwutimpfung sollte man darauf bestehen, dass die !dreijährig! gültige Impfung geimpft und in den Impfpass auch eingetragen wird. Es ist der selbe Impfwirkstoff wie der, dessen ein Jahr zugelassen ist, nur dass eine gesonderte Zulassung für 3 Jahre vom Hersteller beantragt und vom PEI genehmigt wurde, also reiner Behördenquatsch. Mit der dreijährigen Tollwutimpfung ist man auch in der EU zur Ein- und Ausreiseberechtigt, sofern sie im Impfpass aufgelistet ist. Für skandinavische Länder und für Großbritannien usw. sollte man sich immer rechtzeitig über die dort aktuellen Einreisevorschriften kundig machen, die von den EU-Richtlinien abweichen können.


Ich bin auch sicher, dass sich die TÄ auf lange Sicht umstellen werden müssen.Der Halbgott in Weiß hat ausgedient.

Ganz besonders wichtig!

Bitte melden Sie selbst ALLE Impfreaktionen an das Paul-Ehrlich-Institut, damit die Impfstoffe weiter verbessert werden können! Die Tierärzte kommen dieser Pflicht leider nur bedingt bis sehr ungenügend nach! Auch wenn der TA sagt, dass es normal sei, wenn der Welpe nach dem Impfen schlapp, müde und schmerzempfindlich ist, melden Sie das bitte unbedingt beim PEI, sonst werden die Impfstoffe NIE verbessert!

Bitte verwenden Sie für eine Meldung das Formular für Tierärzte. Sie
finden es unter

http://www.pei.de/cln_047/nn_162666/SharedDocs/Downl oads/tieraerzte/uaw- formular-vet,templateId=raw,property=publicationFile.pd f/uaw-formular-vet.pdf
..
Im Feld für Name und Anschrift des Einsenders fügen Sie bitte den
Vermerk ein, dass die Meldung durch den Tierbesitzer erfolgt.

Paul-Ehrlich-Institut - Bundesamt für Sera und Impfstoffe
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